Die Preise am Holzmarkt steigen rasant, Lieferschwierigkeiten stellen sich ein. Grund dafür ist die weltweit grosse Nachfrage nach Holz und die damit einhergehende Verknappung der Rohwaren. Projekte sollten entsprechend weitsichtig geplant werden.

Die Holzwirtschaft ist gefordert: Insbesondere bei Plattenprodukten und Konstruktionshölzern, aber auch bei der Versorgung mit hochwertigen Rohhoblern kommt es vermehrt zu Lieferengpässen. Dies teilen die Verbände Holzwerkstoffe Schweiz und Schweizerische Hobelwerke aufgrund von aktuellen Informationen aus der Branche mit.


Weitsichtige Planung

Hauptgrund für diese Entwicklung ist die steigende Nachfrage nach dem Baustoff Holz in der
Schweiz, Europa, den USA und Asien. Während die Konjunktur in China spürbar anzieht und Asien
bereit ist auch für tiefere Qualitäten höhere Preise zu bezahlen, kaufen die USA aufgrund der anhaltenden Handelsstreitigkeiten mit Kanada zusätzlich Ware in Europa. Weitere Gründe für die aktuelle Lage sind die knappen Transportkapazitäten aufgrund der Corona-Pandemie sowie der Befall der Bäume mit dem Borkenkäfer.
Wie die Verbände mitteilen, müssen sich Planer und Verarbeiter in der Schweiz auf Lieferverzögerungen
und Preiserhöhungen einstellen. „Die Projektverantwortlichen sollten diese Entwicklung unbedingt
in ihre Planung aufnehmen“, raten die Verbände. Die aktuelle Lage lässt die Preise für Holz
an den internationalen Rohstoffmärkten rasant steigen, allein in den letzten drei Monaten um bis zu
60 Prozent. Eine Entspannung ist vorderhand nicht in Sicht.

Der Bundesrat wird schon bald über die neue Holzhandelsverordnung (HHV) entscheiden. Gemäss aktuellem Fahrplan soll die Vorlage noch vor Jahresmitte traktandiert werden. Bisher vorgesehen ist, dass die HHV am 1.1.2022 in Kraft treten wird. Wie das zuständige Bundesamt für Umwelt mitteilt, hat die Vernehmlassung das Projekt nicht wesentlich beeinflusst bzw. verändert.

Das wichtigste in Kürze: Die Schweiz kennt seit Oktober 2010 eine Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte. Indem alle Marktteilnehmer, die Holz und Holzprodukte an Konsumenten abgeben, verpflichtet werden, Holzart und Herkunft des Holzes zu deklarieren, wird Markttransparenz angestrebt. Entsprechend wurde die Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte im Konsumenteninformationsgesetz verankert. Die Europäische Union hat im Dezember 2010 die Verordnung «EUTR» erlassen. Diese enthält ein Verbot des Inverkehrbringens von Holz und Holzerzeugnissen aus illegalem Einschlag und verpflichtet alle Marktteilnehmer, welche innerhalb der EU Holz oder Holzerzeugnisse erstmals in Verkehr bringen, bestimmte Sorgfaltspflichten wahrzunehmen. Die EUTR geht also weiter als die Deklarationspflicht. Um gleich lange Spiesse – insbesondere beim Export von Holz zu haben- wünschte das Eidgenössische Parlament die Schaffung von rechtlichen Rahmenbedingungen für den Erlass einer Schweizer Holzhandelsverordnung identisch der EUTR. Der Bundesrat setzt dies mit der Anpassung des Umweltschutzgesetzes um. Dies mit direktem Einfluss auf die Importeure: Bei Einfuhren von Holz und Holzerzeugnissen müssten künftig Informationen zur Anwendung der Sorgfaltspflicht und Risikoeinschätzung erarbeitet werden. Es ist mit einem höheren administrativen Aufwand für sämtliche Schweizer Importeure zu rechnen. Der HWS setzt sich für eine KMU-freundliche und «schlanke» Umsetzung der HHV ein und informiert seine Mitglieder und Partner, sobald konkrete Ergebnisse vorliegen.

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